Monday, October 29, 2012

Der Lebenslauf - Mein Leben auf zwei Seiten

Der Lebenslauf, kurz auch CV (für Curriculum Vitae) genannt, ist das Herzstück einer Bewerbung. Hier sieht der Arbeitgeber auf einen Blick, ob du für die Stelle geeignet bist, und kann verschiedene Bewerber einfach miteinander vergleichen. Also verfasse deinen Lebenslauf mit der gleichen Sorgfalt wie das Anschreiben. Ein guter CV ist fehlerfrei, übersichtlich und präzise.

Der Lebenslauf muss immer auf die jeweilige Stelle angepasst werden, indem du zum Beispiel bestimmte branchenspezifische Formulierungen benutzt oder für diese Stelle besonders Relevantes hervorhebst.

Ein Lebenslauf sollte nicht länger als zwei Seiten sein, bei einer Berufserfahrung von mehr als fünf Jahren kann unter Umständen auch eine dritte Seite hinzugefügt werden. Ein tabellarischer Lebenslauf besteht aus Stichpunkten und Schlagworten. Schreibe keinen Roman, sondern zähle deine bisherigen beruflichen Stationen knapp auf und erkläre die jeweilige Tätigkeit mit einigen Worten. Das Layout ist lesefreundlich und nicht zu überfrachtet, deine Kontaktdaten sollten auf einen Blick ersichtlich sein.

Zwei wichtige Kriterien eines gelungenen CVs sind seine Lückenlosigkeit und Geradlinigkeit. Ein Lebenslauf soll ab dem Verlassen der Schule den beruflichen Werdegang möglichst vollständig darstellen. Eine Faustregel besagt, dass Lücken ab einer Länge von etwa drei Monaten im Lebenslauf erklärt werden sollten.
Verschweige keine Leerlaufzeiten, wie Arbeitssuche oder längere Auslandsaufenthalte, sondern lege sie offen dar und verkaufe sie möglichst gut. Wenn du im Ausland eine Sprache gelernt hast oder Arbeitslosigkeit für Fort- und Weiterbildungen oder für soziales Engagement nutzt, klingt das natürlich schon viel besser.

Bleibe aber immer bei der Wahrheit, Übertreibungen und Lügen kommen spätestens beim Bewerbungsgespräch ans Tageslicht. Alle Angaben, die du im Lebenslauf machst, musst du durch Zeugnisse oder Teilnahmebestätigungen belegen können. Es reicht zwar aus, in der Bewerbung nur solche Zeugnisse beizulegen, die auch für das Jobangebot relevant sind, beim Bewerbungsgespräch solltest du jedoch alle anderen Bescheinigungen parat haben und auf Nachfrage vorzeigen können.

Geradlinig ist ein Lebenslauf dann, wenn in der Karriereplanung ein roter Faden ohne zu viele Brüche erkennbar ist. Doch gerade in der heutigen Zeit sind Brüche im Lebenslauf kein Beinbruch mehr. Wichtig ist nur, dass du begründen kannst, warum du deinen Weg geändert hast und inwiefern dir das für die ausgeschriebene Stelle nützlich sein kann.

Ein vollständiger Lebenslauf ist folgendermaßen gegliedert:

1. persönliche Daten
Vor- und Zuname, evtl. Geburtsname, Kontaktdaten (mit Email und Telefonnummer),
Geburtsdatum und –ort, Staatsangehörigkeit, Familienstand und Religionszugehörigkeit
(freiwillig)

2. Schule, Ausbildung (umgekehrte Chronologie, also die aktuellsten Daten zuerst)

3. Berufserfahrung (umgekehrt chronologisch geordnet, Zeitangaben immer in vollen
Monaten und Jahren, z.B. 09/10 – 09/11 ) Arbeitgeber, Ort, Abteilung, Kurzbeschreibung

4. Zusatzqualifikationen Sprachen, PC-Kenntnisse, besondere Qualifikationen etc.

5. Fort- und Weiterbildungen

6. Auslandsaufenthalte (wenn diese nicht schon unter Punkt „Ausbildung“ erwähnt werden)

7. evtl. Hobbies Die Angabe von Hobbies ist immer mit Vorsicht zu genießen. Es kann auch passieren, dass
der Arbeitgeber wegen eines bestimmten Hobbys (z.B. Bungee-Jumping) eher vor einem Bewerber absieht.

8. Ort, Datum und Unterschrift


Ein Foto rechts oben auf dem Lebenslauf ist wegen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes nicht obligatorisch. Nichtsdestotrotz ist ein Foto des Bewerbers eigentlich (fast) immer erwünscht, das es der Bewerbung eine persönliche Note verleiht. Wenn du ein Foto beifügst, achte aber immer auf folgende Punkte:

  • Professionalität 
    Dieser Punkt ist eigentlich selbstverständlich, doch der Vollständigkeit halber, soll er hier trotzdem aufgeführt werden: Mache NIE selbst ein Bewerbungsfoto oder füge dem Lebenslauf ein Foto aus dem letzten Urlaub bei. Ein Bewerbungsfoto muss immer von einem Fachmann gemacht werden. Der sorgt für die richtige Körperhaltung, das richtige Licht, den richtigen Hintergrund und viele andere Dinge, auf die du als Laie vermutlich gar nicht achten würdest.

  • Aktualität 
    Wenn du dich bewerben möchtest, mach dir die Mühe und lass ein neues Foto von dir machen. Das Bewerbungsfoto soll schließlich dir ähnlich sehen und nicht deiner jüngeren Schwester oder deinem jüngeren Bruder.

  • Kleidung/Styling 
    Natürlich solltest du am besten die Kleidung wählen, in der du dich wohlfühlst. Doch wenn du dich für eine Stelle in der Bank bewerben willst und dein Lieblingskleidungsstück ein Kapuzenpulli ist, ist das vielleicht doch keine so gute Idee. Achte darauf, dass du beim Fotoshooting Klamotten trägst, die zu der ausgeschriebenen Stelle passen. Bist du dir nicht sicher, empfiehlt sich ein dezentes Business-Outfit – bei Frauen Bluse oder Blazer, bei Männern Hemd oder Anzug und Krawatte. Tiefe Ausschnitte oder offene Hemden sind keine gute Idee. Deine Haare sollten nicht in alle Himmelsrichtungen stehen, sondern in einer gepflegten Frisur untergebracht sein. Sowohl bei Accessoires als auch beim Make-Up gilt: Weniger ist mehr. Dein Styling soll nicht von dir als Person ablenken.

  • Gesichtsausdruck 
    Versuche, so freundlich und natürlich wie möglich auf dem Foto auszusehen und ein aufgesetztes Lächeln zu vermeiden. Wenn dich dein Fotograf nicht zum Lachen bringt, denke an etwas Schönes wie den letzten Urlaub. Dann kommt dir das Lachen nicht mehr so unnatürlich vor.

  • Bildgröße 
    Ein Bewerbungsfoto unterscheidet sich schon alleine wegen seiner Größe von einem normalen Passfoto. Gewöhnlich sind sie zwischen vier und fünf Zentimeter breit und zwischen fünf und sieben Zentimeter hoch.

  • Farbe 
    Ob du ein Schwarz-Weiß- oder ein Farbfoto verwendest bleibt dir überlassen. Beides ist möglich.


Monday, October 22, 2012

Das Anschreiben – Hiermit bewerbe ich mich um…

Es gibt mit Sicherheit angenehmere Dinge als ein Bewerbungsschreiben zu verfassen. Schließlich heißt es doch immer: Eigenlob stinkt. Wie schaffe ich es aber sonst, ein Unternehmen von mir zu überzeugen? Was ist gerade noch gut und was ist schon überheblich oder schleimig?
Fest steht: Bewerben hat immer etwas mit Werbung zu tun. Deswegen solltest du durchaus versuchen, dich in einem möglichst guten Licht zu präsentieren. Denn nur anhand des Anschreibens und des Lebenslaufs wird der Arbeitgeber entscheiden, ob er dich zu einem Bewerbungsgespräch einlädt.
Ein guter Tipp: Wenn du das Bewerbungsschreiben verfasst, versuche dich in die Person zu versetzen, die es lesen wird. Ein Mitarbeiter der Personalabteilung hat am Tag unzählige Bewerbungen in der Hand – unter ihnen viele, die genau den Job wollen, den auch du willst. Wenn deine Bewerbung also die allerletzte ist, die ihm in die Hände kommt, muss sie es schaffen, ihn innerhalb der paar Minuten, die er sich für deine Bewerbung Zeit nimmt, zu überzeugen. Dabei gilt es ein paar Dinge zu beachten:

  • Keine vorgefertigten Bewerbungen aus dem Internet umformulieren. Wenn du online eine Muster-Bewerbung findest, kannst du davon ausgehen, dass etliche andere Personen auf dieselbe Seite gestoßen sind. Übernimmst du daraus Formulierungen, riskierst du immer, dass auch andere Bewerber exakt das Gleiche schreiben. Standardformulierungen hat ein Personaler schon hundertfach gelesen. Bemühst du dich hingegen, dein Schreiben möglichst individuell zu gestalten, zeigst du, dass du an dem Jobangebot wirklich interessiert bist.

  • Das Wichtigste kommt gleich zu Beginn. Wenn du fünf Absätze brauchst, um zu erklären, warum du für diesen Job geeignet bist, ist der Personaler mit seinen Gedanken schon bei der nächsten Bewerbung. Für das ganze Schreiben gilt: So präzise und knapp wie möglich.

    Im ersten Satz muss klar werden, warum du diese Stelle bekommen sollst. „Das Anschreiben sollte mit dem Killerargument losgehen“, sagt Karrieretrainer Gerhard Winkler auf Focus Online.

    Ein Beispiel: „Sehr geehrte/r Frau/Herr XX, schon während meines gesamten Studiums habe ich durch meine Werkstundentätigkeit /verschiedene Praktika/etc. Erfahrungen im Bereich… gesammelt. (…) Deshalb bewerbe ich mich hiermit…“

  • Das Layout des Anschreibens muss lesefreundlich sein. Das Anschreiben muss klar in Absätze gegliedert sein und die Seite sollte nicht zu vollgestopft aussehen. Achte darauf, eine ausreichend große Schriftgröße (Times New Roman: 12, Arial: 11), Zeilenabstände (1,5) und Abstände zwischen den Absätzen (ca. 3 pt) zu verwenden. Auch die Ränder sollten breit genug sein.

  • Vermeide unpersönliche Anreden. Versuche immer einen Ansprechpartner herauszufinden, an den du das Anschreiben richten sollst. Falls dieser nicht aus der Ausschreibung hervorgeht, rufe im Unternehmen an und erkundige dich danach. So kannst du auch gleich weitere Informationen erfragen und dein Interesse an der Stelle bekunden. Zudem kannst du im Anschreiben auch auf das Telefonat mit der entsprechenden Person Bezug nehmen. (Bsp. „Wie ich dem interessanten Gespräch mit Frau XY entnehmen konnte,…) Aber lieber kein Name, als ein falscher Name!

  • Was im Anschreiben stehen sollte. Nach dem ersten einleitenden Absatz stehen die beruflichen Erfahrungen des Bewerbers im Vordergrund. Nenne die für diese Stelle relevanten Tätigkeiten, die du bisher ausgeübt hast, in umgekehrter Chronologie – also beginne mit den aktuellsten Daten.

    Gegebenenfalls kannst du hier auch Seminare und Vorlesungen an der Uni erwähnen, die dich für den Job qualifizieren. Im Anschluss daran solltest du belegen, dass du die Anforderungen aus der Stellenanzeigen (Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit etc.) erfüllen kannst und welche zusätzlichen Qualifikationen du besitzt, die dir für diese Arbeit weiterhelfen.

    Hier könntest du auch auf Referenzen, die dir frühere Arbeitgeber in deinen Zugnissen ausgestellt haben, Bezug nehmen. (Bsp: „Hohe Belastbarkeit hat mir auch XY in meinem Praktikumszeugnis bestätigt.“).

    Schließe das Anschreiben, indem du erklärst, ab wann du für das Unternehmen zur Verfügung stehen könntest, und indem du eine Verbindung zwischen dir und dem Unternehmen findest. Warum soll es genau diese Stelle werden und keine andere? Wie kannst du von dem Unternehmen und das Unternehmen von dir profitieren?

  • Vermeide nichtssagende Floskeln. Jeder kann schreiben, er sei flexibel und belastbar. Solche Sätze beeindrucken einen Personaler kaum. Schreibe lieber, wieso du flexibel und belastbar bist. (Bsp: Durch meine Arbeit als… habe ich gelernt, auch unter Zeitdruck zu arbeiten.)

  • Vermeide Konjunktive. Das wirkt schnell unsicher und unterwürfig. Also nicht „Ich würde mich über eine positive Antwort freuen“, sondern „Ich freue mich über eine positive Antwort“. 

  • Keine Übertreibungen! Auch wenn du natürlich versuchen sollst, dich gut zu verkaufen, bleibe bei der Wahrheit. Schreibe nur Dinge über dich, die auch tatsächlich zutreffen. Es bringt nichts, wenn du schreibst, dass du fließend Französisch sprichst, wenn du nur mit Mühe einen Kaffee bestellen kannst. So etwas kommt früher oder später ans Tageslicht.

  • Das Anschreiben immer handschriftlich mit blauer Tinte unterschreiben. Wage bei der Unterschrift keine Experimente mit bunter Farbe. Das klassische Königsblau ist hier immer noch die beste Wahl.

  • Gegenlesen lassen. Mache dir immer die Mühe und lasse dein Anschreiben von mindestens einer Person gegenlesen, um Rechtschreibfehler oder verworrene Argumentationsstränge zu vermeiden.