Telefonische Vorstellungsgespräche erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Immer öfter werden sie den eigentliche Gesprächen vorgeschoben, um schon mal zu prüfen, ob der Bewerber denn überhaupt in Frage kommt, und ob das, was der Bewerber im Lebenslauf / Anschreiben geschrieben hat auch mit der Wirklichkeit übereinstimmt.
Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Telefongespräche sind für beide Seiten mit weniger Aufwand verbunden. Beide können sich Notizen machen bzw. Unterlagen bereit halten, von denen sie jederzeit Gebrauch machen können, ohne dass dies unvorbereitet oder unhöflich wirkt. Der Bewerber spart sich die Anreise, der Arbeitgeber/Personaler muss zwar etwa 30 Minuten Zeit einplanen, kann aber nach den Telefongesprächen schon einmal die Spreu vom Weizen trennen.
Der Nachteil an Telefonaten ist natürlich die Gesprächssituation. Wie sehr Gestik und Mimik helfen, den Gesprächspartner einzuschätzen und so ein erfolgreiches Gespräch zu führen, merkt man in der Regel erst, wenn man nicht auf sie bauen kann. Nonverbale Kommunikation hilft uns, das Gesagt noch einmal zu verstärken. Auch etwa aufmunterndes Nicken und Lächeln des Gegenübers können wir am Telefon nicht sehen. Von dieser dadurch etwas sterilen Gesprächssituation darfst du dich aber nicht aus der Ruhe bringen lassen.
Hier noch einige Tipps für telefonische Vorstellungsgespräche:
- Sei gut vorbereitet. Nutze die Chance, von deinem Lebenslauf oder deinem Anschreiben spicken zu können. Halte auch alle anderen Unterlagen – auch relevante Infos zum Unternehmen – griffbereit. Alles, was du ablesen kannst, musst du nicht auswendig lernen und kannst du nicht durcheinander bringen.
- Checkliste bereitlegen: Fertige vor dem Telefonat eine Liste an, mit Fragen, die du klären willst, und Informationen von dir selbst, die du unbedingt erwähnen willst. So kannst du vermeiden, dass du den Hörer auflegst und erst dann bemerkst, dass du dein „Ass im Ärmel“ völlig vergessen hast.
- Der geeignete Ort: Führe das Gespräch an einem ruhigen Ort, an dem du weder von Lärm gestört noch von anderen Dingen abgelenkt werden kannst. Schalte deinen PC aus und dein Handy lautlos, beides lenkt nur unnötig ab. Führe das Gespräch, wenn möglich, mit einem Festnetztelefon, da so ein guter Empfang garantiert ist.
- Nicht im Pyjama: Auch wenn dich dein Gesprächspartner nicht durch das Telefon sehen kann, führe das Gespräch nicht im Jogginganzug und vom Sofa aus. In diesem Freizeit-Umfeld kannst du das Gespräch leicht unterschätzen und bist nicht ausreichend konzentriert. Führe es am besten vom Schreibtisch aus, in aufrechter Körperhaltung und lächelnd. Solche Kleinigkeiten sind auch durch das Telefon hörbar. Bleibe ruhig sitzen und laufe nicht im Zimmer auf und ab – auch dies wird der Personaler am anderen Ende der Leitung bemerken und möglicherweise als störend empfinden.
Welche Fragen dir gestellt werden, hängt von der Stelle ab, auf die du dich bewirbst. Ist es ein einfacher Aushilfsjob dient das Gespräch vermutlich nur zum Faktencheck. Bewirbst du dich auf deinen ersten Job nach dem Studium werden die Fragen etwas individueller sein und mehr in die Tiefe gehen.
Beispielfragen:
- Warum haben Sie sich für die Stelle beworben?
- Beschreiben Sie mir doch mal kurz Ihren bisherigen Lebenslauf. (wichtig: immer in Bezug auf die ausgeschrieben Stelle beschreiben!)
- Fragen nach Lücken/Auffälligkeiten im Lebenslauf
- Fragen zu Sprachkenntnissen (eventuell Aufforderung in Englisch zu sprechen)
- Sie haben im Anschreiben geschrieben, dass Sie gut mit Stress umgehen können. Warum?
- Welche Erfahrungen haben Sie schon im Bereich XY gesammelt?
- Welche Fragen haben Sie an uns?
Die letzte Frage keinesfalls mit „Keine.“ beantworten. Wenn Bewerber keine Fragen an das Unternehmen haben, vermittelt dies leicht den Eindruck, dass sie sich mit der angebotenen Stelle im Vorfeld nicht ernsthaft beschäftigt haben. Mögliche Fragen findest du in unserem Beitrag: Bewerbungsgespräch - lass uns reden.

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